Ein Ausstellungsformat der BDA-Galerie Berlin und seines Kuratoriums,
initiiert und konzipiert von Andrew Alberts, Armin Behles und Heike Hanada.
Die Reihe „vierzigaufvierzig“ ist ein Beitrag der BDA-Galerie zur Architektur- und Städtebaudiskussion in Berlin. BDA Mitglieder und geladene Kollegen werden gebeten, zu relevanten Fragen der baulichen Entwicklung der Stadt skizzenhaft im Format der klassischen Papierserviette - 40 cm x 40 cm - ihre Position zu formulieren und im Rahmen einer Ausstellung zur Diskussion zu stellen. Eine Auswahl der Beiträge wird durch Kritiker kommentiert und im Anschluss veröffentlicht.
Dabei geht es um ein Forum von Ideen, nicht jedoch um einen klassischen Ideenwettbewerb. Statt auf aufwändige und ausformulierte Beiträge zielen wir über das Medium der spontanen Entwurfsskizze auf die noch fragile Intensität eines ersten Entwurfsgedankens.
Wir erwarten pointierte Statements, mit denen sich der BDA Berlin als ein Zusammenschluss von Architekten präsentiert, die sich mit der Stadt auseinandersetzen und ihre Ideen in den öffentlichen Diskurs einbringen.
Alle eingereichten Arbeiten werden in der BDA Galerie ausgestellt. Ziel ist es, eine öffentliche Auseinandersetzung um die Zukunft des Kulturforums anzuregen.
DAS KULTURFORUM
Das Kulturforum formulierte von Beginn an eine Insel in Berlin. Es ist und bleibt bis heute ein Relikt der Nachkriegszeit und damit einer Moderne, die sich in einer fragmentierten, verwundeten Stadt den tradierten Vorbildern widersetzte. Sowohl Scharouns Stadtlandschaft als auch das Raumverständnis von Mies vermeiden am Kulturforum jegliche Bezugnahme zur historischen Stadt. Die einzelnen Bauten liegen als Objekte im freien Raum. Der gläserne Tempel auf dem Sockel, der Fels der Bibliothek und die Erhebungen der Philharmonie mit ihren auslaufenden Ebenen verhindern jede unmittelbare Annäherung. Erst der Blick aus der Distanz bindet diese eigenwillige und großartige Komposition zusammen. Dennoch bleibt das Kulturforum ein Widerspruch in sich; die dichten, von kulturellem Leben geprägten öffentlichen Räume des Inneren verlieren sich im Außen und finden dort keine Entsprechung. Die breite Potsdamer Straße verhindert bis heute das Entstehen städtischen Raums und unterstreicht die innere Peripherie dieses Ortes.
Neben den Versuchen, die Scharounsche Planung doch noch zu vollenden, ließen sich in den vergangenen Jahrzehnten eine ganze Reihe von realisierten oder auch nur geplanten Reparaturversuchen verzeichnen. Ob diese dem Anspruch und der Präsenz jener „Ikonen“ der Weltarchitektur gerecht werden, darf bezweifelt werden. Nach wie vor stellt sich die Frage nach der Zukunft des Kulturforums und seiner räumlichen Identität innerhalb der Stadt.
Alle weiteren Informationen erhalten Sie unter:
info@bda-berlin.de oder vierzigaufvierzig@googlemail.com
Dauer der Ausstellung
29. September – 04. November 2010
BDA Galerie, Mommsenstraße 64, 10629 Berlin, Telefon 030-886 832 06